Virtuelle Rundgänge & Datenschutz – So bleiben sensible Bereiche geschützt
Virtuelle 360°-Rundgänge sind ein starkes Marketing-Tool: Sie geben Kunden, Partnern oder Bewerbern einen authentischen Einblick in das Unternehmen und machen Räume jederzeit erlebbar. Doch genau dieser offene Blick kann problematisch werden, wenn sensible Informationen oder personenbezogene Daten sichtbar sind. Die DSGVO schreibt vor, dass solche Daten geschützt werden müssen – ein Verstoß kann nicht nur teuer, sondern auch ein Imageschaden sein.
Rechtsgrundlage und Planung
Bevor eine VR-Tour online geht, braucht es eine rechtliche Grundlage. Meist greift das „berechtigte Interesse“ nach Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO, beispielsweise zur Darstellung der Arbeitsumgebung oder zur Mitarbeitergewinnung. Trotzdem sollten Unternehmen dokumentieren, warum die Veröffentlichung notwendig ist und wie sie die Interessen der Betroffenen berücksichtigen.
Vorbereitung und Konzept
Datenschutz beginnt bereits bei der Planung: Welche Räume dürfen gezeigt werden? Welche nicht? Bei der Vorbereitung sollten Bildschirme ausgeschaltet, vertrauliche Unterlagen entfernt und Whiteboards gereinigt werden. Auch die Drehzeiten spielen eine Rolle – Aufnahmen außerhalb der Arbeitszeiten vermeiden, dass zufällig Personen ins Bild laufen. So wird der Rundgang von Anfang an DSGVO-konform produziert.
Sensible Inhalte sicher ausblenden
Trotz sorgfältiger Planung lässt sich nicht alles vermeiden. Wenn Gesichter, Kennzeichen oder andere sensible Details zu sehen sind, können sie per Blurring oder Überlagerung unkenntlich gemacht werden. Wichtig ist, dass diese Anonymisierung dauerhaft und nicht umkehrbar ist, damit keine Rückschlüsse mehr möglich sind. Das sorgt dafür, dass der Rundgang sowohl optisch hochwertig als auch rechtlich sicher ist.
Zugriffsschutz und Versionierung
Gerade bei besonders vertraulichen Bereichen empfiehlt sich ein kontrollierter Zugang. Unternehmen können Rundgänge mit Passwortschutz versehen, personalisierte Links erstellen oder unterschiedliche Versionen für interne und externe Zielgruppen anbieten. So bleibt die Kontrolle darüber, wer welche Inhalte sehen kann – ein wichtiger Faktor für Sicherheit und Compliance.
Transparente Kommunikation
Neben der technischen Absicherung spielt auch Kommunikation eine große Rolle. Mitarbeitende sollten informiert werden, dass ein Rundgang erstellt wird und wie ihre Daten geschützt werden. Auch Besucher profitieren von klaren Hinweisen. Auf der Website kann eine kurze Datenschutzerklärung zum Rundgang veröffentlicht werden, um Fragen schon im Vorfeld zu klären.
Fazit: Sicher und professionell auftreten
Ein virtueller Rundgang ist mehr als ein Marketing-Tool – er ist ein Statement. Wer Datenschutz ernst nimmt, signalisiert Professionalität und Respekt gegenüber Mitarbeitenden und Kunden. Mit einer guten Planung, gezieltem Blurring und Zugriffsschutz wird aus einem potenziellen Risiko ein starkes Kommunikationsinstrument. Ein durchdachter Datenschutz-360-Grad-Ansatz sorgt dafür, dass vertrauliche Bereiche virtuell erlebbar werden, ohne Privatsphäre oder Sicherheit zu gefährden.
CEO Full Thinking Agentur GmbH